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    Institut für Sportwissenschaft

    Tag des Schulsports zum Kämpfen

    Bundesweite Lehrerfortbildung zum Phänomen des Kämpfens

    08.06.2010

     

    Gemeinsam für die Sache kämpfen! Die sechs Kampfsport-Spitzenverbände des Deutschen Olympischen SportBundes (DOSB) boten am 08.06.2010 im Sportinstitut der Universität Würzburg unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Harald Lange an die 500 Lehrkräften, Studierenden, Trainern und anderen Interessierten aus ganz Deutschland Einblicke in ihre Arbeit, wie sie ihre Kampfsportart für den Schulsport thematisieren. Im Vergleich zum Vereins- und Leistungssport verlangt das Kämpfen als Bewegungs- und Erfahrungsfeld im Schulsport andere Herangehensweisen und muss auch Aspekte fernab des Leistungsgedankens und Trainierens aufgreifen, will er sich die erziehlichen und bildenden Potenziale des Kämpfens zu Nutze machen. Die Lehrpläne der Bundesländer sind da nicht einheitlich und so gibt es bislang keine klare Linie für die Verbände, die sich häufig mit Vorurteilen konfrontiert sehen ("da wird einem doch Gewalt beigebracht"). Um so wichtiger war es, den Schulsporttag gemeinschaftlich anzugehen, sich auszutauschen und damit die Öffentlichkeit für das Kämpfen zu sensibilisieren. Dafür boten die Verbände absolute Experten als Referenten (Bundesschulsportreferenten, Schulsportkommissare, Landestrainer usw.), die acht Stunden lang in 90-minütigen Praxisworkshops die Teilnehmer erfahren ließen, wie ihre Kampfsportart den Zweikampf thematisiert, welche spezifischen Besonderheiten sich daraus ergeben und welche Erfahrungen der Ausübende dabei machen kann. Gerade bezüglich der Gewaltprävention liegen im geregelten Zweikampf unschätzbare Potenziale (siehe auch Vortragsreihe "Kämpfen-lernen als Gelegenheit zur Gewaltprävention?!"). Wie die Referenten kamen auch die Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands, selbst aus dem hohen Norden. Speziell Lehrkräfte und Studierende ohne bisherige Kampfsporterfahrungen konnten sich mit dem Feld des Kämpfens vertraut machen und ihre Scheu ablegen. Ein wichtiger Schritt, denn die (je nach Bundesland) fehlende Einbindung des Kämpfens in die Lehrerbildung lässt viele Referendare und etablierte Lehrkräfte davor zurückschrecken, den Sportunterricht kämpferisch zu bereichern. Ein Verlust, den andere Bewegungs- und Erfahrungsfelder wie Turnen, Leichtathletik oder Schwimmen nicht einfach kompensieren können, denn so hautnah, intensiv und aufeinander bezogen begegnet man sich häufig nur im Zweikampf. Darin sind sich auch die führenden Verbandsfunktionäre einig, die beim Tag des Schulsports anwesend waren: U. a. Michaela Engelmeier-Heite (Vizepräsidentin Deutscher Judo Bund), Manfred Werner (Präsident Deutscher Ringerbund) sowie Heinz-Günter Deuster (Vizepräsident Deutscher Boxsport-Verband). Sie und die anderen Verbandspräsidenten hatten diese Veranstaltung durch ihre Unterstützung und Kooperation mit dem Sportinstitut erst ermöglicht und durch die exzellenten Referenten gefördert. Mit im Boot waren auch die unterfränkischen Regierungsvertreter der einzelnen Schulstufen (Katrin Pfeuffer, Uwe Mitlöhner sowie Michael Hunger), die den Schulsporttag für Lehrkräfte als Fortbildung anerkannten und somit attraktiver machten. Dieser starke Verbund aus Verbänden, Schulvertretern und Universität machte einen Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis, Aus- und Fortbildung sowie Vereins- und Schulsport möglich und könnte Modellcharakter erlangen. Neben den Workshops zum Kämpfen gaben mit Gewaltfrei Lernen (Sibylle Wanders) und IcanDo (Olaf Zajonc) zwei erfolgreiche Konzepte zu Gewaltprävention an Schulen Einblicke in ihre Arbeit und den Einfluss des Kämpfens über den Schulsport hinaus.

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